Richard hatte wirklich lange überlegt. Schließlich geisterte die Idee schon eine ganze Weile in seinem Kopf herum. Er hatte zwar immerhin eine gewisse Erfahrung im Schreiben von solchen sogenannten Blogs. Aber er wusste auch, es gab im weltweiten Netz unzählige ähnliche Sammelstellen für die Erlebnisse und Erfahrungen in diesem Umfeld.
Warum ausgerechnet er jetzt ein weiteres dieser neumodischen Onlinetagebücher veröffentlichen musste, wird ihm vermutlich nie ganz begreiflich sein. Egal! Es war ihm einfach danach und so begann er, die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um sich dann lustvoll Austoben zu können.
Doch wie fängt man an? Richard grübelte eine Weile und jeder, der schon in einer ähnlichen Situation war, weiß, dass, ein altes Klischee eindrucksvoll bestätigend, aller Anfang tatsächlich ziemlich schwer ist. Vielleicht sollte er zunächst etwas über sich selbst berichten? Aber da gab es ja auch nicht viel …

Gestatten?! Richard Dorst, Ende 40, geschieden, drei Kinder. Seit dem klassischen Einstieg über den Zivildienst vor vielen, vielen Monden verdingt er sich als Rettungsassistent in einer kleinen Großstadt im Badischen. (Eigentlich ist diese ehemals römische Siedlung – Civitas Aurelia Aquaensis – ja eher als größenwahnsinnige Kleinstadt zu bezeichnen – aber das hört man hier in der Provinz nicht sonderlich gerne und wird nicht mal hinter vorgehaltener Hand zugegeben. Andererseits arbeitet er seit seinem Exodus in einer landschaftlich sehr bevorzugten Gegend, in der andere Leute gerne Urlaub machen. Das entschädigt immerhin etwas …). Mitarbeiter mit Widerspruchsgeist: Je nach Sichtweise entweder ein nie zufriedener Kollege oder einer mit der Fähigkeit zur „intellektuellen Dissidenz“ gegenüber Rundschreiben und Prozessen jeglicher Art.
Richard Dorst ist natürlich ein Pseudonym – schon aus Gründen des Datenschutzes würde der Autor dieses Blogs alle Geschichten einem neutralen Umfeld zuordnen und die Handelnden, respektive Betroffenen mit neuen Namen versehen. Auch die gezeigten Bilder hätten somit nur Symbolcharakter und wären mit tatsächlichen Ereignissen nicht in Zusammenhang zu bringen – zumindest nicht unmittelbar.
Und dann könnte es eigentlich auch schon beginnen – mit den Geschichten aus dem Notfallrucksack …
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